Werksarztzentrum Fulda e.V. bleibt kaum Spielraum für weitere Mitglieder

Vor über 40 Jahren wurde der Verein „Werksarztzentrum Fulda e.V.“, kurz WAZ, gegründet. Im Blickpunkt steht bis heute die arbeitsmedizinische Betreuung der Vereinsmitglieder. Mittlerweile gehören dem Verein, dessen Gründung auf eine Initiative des Arbeitgeberverbandes Osthessen zurückzuführen ist, 101 Mitgliedsbetriebe mit rund 12 000 Mitarbeiter an. Weitere Unternehmen haben ihr Interesse am Verein bekundet, doch Neuaufnahmen sind Grenzen gesetzt. Keinesfalls räumlich – denn ganz aktuell hat das Team des Werksarztzentrums auf über 360 Quadratmetern neue Räumlichkeiten in der Rangstraße 18 – 20 in Fulda bezogen. Doch die personelle Besetzung lässt wenig Spielraum für neue Vereinsmitglieder. Was dagegen unternommen werden muss, erläutert der Vorsitzende des Vorstands, Hans Pfleger.

Frage: Welche Vorteile bringt der Umzug mit sich?

Hans Pfleger: Die Suche nach einem neuen Standort hatte sich schwierig gestaltet, da die Räume Anforderungen wie gute Erreichbarkeit für Probanden, zentrale Lage, sanitäre Voraussetzungen erfüllen müssen. Auf über 360 Quadratmetern entspricht das neue Werksarztzentrum den Anforderungen und ist von der Größe her an die dringend erforderliche Expansion angepasst.

Frage: Welche Aufgaben stehen im Fokus?

Hans Pfleger: Ein neunköpfiges Team betreut die Mitgliedsbetriebe Jährlich werden mehrere tausend arbeitsmedizinische Vorsorgen nach ArbmedVV durchgeführt. Der Aufgabenkatalog umfasst die im Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und in den berufsgenossenschaftlichen Bestimmungen vorgesehenen Untersuchungen und Beratungen. Betriebsbegehungen, arbeitsmedizinische Vorsorge, Sprechstunden vor Ort, Hilfestellung bei Wiedereingliederungsmaßnahmen und Unterstützung der Erste-Hilfe-Organisation sind Schwerpunkte der ärztlichen Tätigkeit. Drei Ärzte stellen die qualifizierte Beratung sowie betriebsortnahe Betreuung sicher.

Frage: Warum ist die Aufnahme weiterer Unternehmen als Mitglieder vorerst nicht möglich?

Hans Pfleger: Unsere drei Ärzte sind engagiert im Einsatz, doch die Arbeit muss verlässlich bewältigt werden können. Oberste Priorität hat die Suche nach geeignetem betriebsärztlichem Personal. Aufgrund der steigenden Nachfrage sowie der gegebenen Altersstruktur im Werksarztzentrum sind weitere Stellenbesetzungen unbedingt notwendig.

Frage: Wen suchen Sie zur Verstärkung?

Hans Pfleger: Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin. Im Werksarztzentrum Fulda besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer ärztlichen Weiterbildung im Fachgebiet Arbeitsmedizin. Eines ist gewiss: Das Fachgebiet ist hochinteressant und die Vorteile der Arbeitsmedizin liegen klar auf der Hand: Familienfreundliche Arbeitszeiten – ohne Wochenend- und Nachtarbeit, eine langfristige Zusammenarbeit sowie die Unterstützung durch ein erfahrenes Team und selbstverständlich die leistungsgerechte Vergütung.

 

IHK Wirtschaft – Ausgabe 09/2018